Tipps für eine clevere Möbelplanung!

Möbel sind heutzutage teuer. Darum sollten Sie klug vorgehen, ob Sie nun eine Wohnung neu einrichten oder nur ein Ergänzungsstück anschaffen wollen.

9 Tipps helfen Ihnen, möglichst viel für Ihr Geld zu bekommen.

1.         Stellen Sie einen Plan mit Ihren kurz- und langfristigen Zielen auf. Überlegen Sie zuerst, was Sie für Ihre derzeitige Wohnfläche benötigen. Zeichnen Sie von jedem Zimmer einen maßstabgetreuen Grundriss mit der geplanten Möbelaufteilung. Markieren Sie die unentbehrlichen Stücke – Couch, Sessel, Couchtisch, Esstisch und Stühle – rot, die weniger wichtigen – wie Beistelltisch, Teewagen und so weiter – blau oder grün. An diesen Plan sollten Sie sich halten. Sobald Sie es sich dann leisten können und wissen, was Sie wollen, erfüllen Sie sich die wichtigeren „langfristigen“ Wünsche.

Wenn Sie einen Behelf für die Übergangszeit brauchen, wählen Sie Möbel, die Sie auch später noch verwenden können. Junge Leute aus meinem Bekanntenkreis kauften sich, abgeschreckt von den hohen Preisen für normale Möbel, fürs Wohnzimmer zunächst einfache, robuste Gartenmöbel, die sie mit roten und orangefarbenen Kissen schmückten. Inzwischen haben sie langlebigere Möbel angeschafft, doch die Gartenmöbel benutzen sie weiter – auf der Terrasse.

2.         Gehen Sie nie unvorbereitet zum Möbelkauf. Nehmen Sie Ihre Skizze mit, dazu ein Metermaß sowie Muster für Stoffe, Teppiche und Tapeten. Stecken Sie auch Ihr Notizbuch ein, um neue Ideen und die verschiedenen Preise zu notieren. Messen Sie genau, damit das neue Stück an die vorgesehene Stelle passt.

3.         Informieren Sie sich über das, was Sie kaufen wollen. Kaufen Sie nichts, was Sie nicht gesehen und geprüft haben. Weckt der Sessel Ihrer engeren Wahl in Ihnen den Wunsch, ihn zu besitzen? Fühlen Sie sich darin wohl ? Ein Möbelstück sollte Ihnen auf Anhieb gefallen, dann haben Sie zu Hause noch mehr Freude daran.

Nehmen Sie sich vor allem Zeit für die Wahl des Bettes. Je härter das Bett, desto besser für den Rücken, sagen Orthopäden. Eine gute, hart gepolsterte Matratze auf einer drei Zentimeter dicken Spanplatte ist für Sie vielleicht ideal. Wozu eine Federkernmatratze, wenn Sie am Ende doch ein Brett darunter legen müssen?

Gefällt Ihnen ein Möbelstück, so prüfen Sie es genau. Tasten Sie die Fugen ab. Achten Sie darauf, dass die Verbindungsstellen genutet und geleimt, nicht genagelt sind. Öffnen und schließen Sie alle Türen und Schubladen. Gehen Scharniere, Gleitflächen und Rollen leicht? Wackelt das Stück auch nicht, steht es nicht schief? Haben sich die Türen nicht verzogen?

Wenn Sie Kombinationsmöbel kaufen, etwa Schrankwände, nehmen Sie die Möbel Kataloge mit nach Hause. Dort können Sie unter Beteiligung der ganzen Familie die Zusammensetzung und Innenausstattung Ihrer Schrankwand festlegen.

Was das Innenleben von Polstermöbeln angeht, müssen Sie sich wohl oder übel auf die Auskunft des Verkäufers verlassen. Aber eines können Sie prüfen: Wenn Sie die Armlehnen eines Polstersessels oder -sofas zusammendrücken und durch die Polsterung den Holzrahmen fühlen können, ist es sicher nicht erste Qualität. Die Nähte sollten schmal, gleichmäßig und sauber verarbeitet sein.

Entscheidend für Qualität und Haltbarkeit eines Bezugsstoffs ist vor allem die Dichte – es muss dickes, eng gewebtes Material sein. Der Verkäufer wird Ihnen sicher ein Buch mit rund 200 verschiedenen Mustern und etwa 15 Preisgruppen vorlegen. Sparen Sie nicht am Bezug, sonst müssen Sie Ihre Sessel vielleicht bald neu beziehen lassen, und das kann bei den hohen Handwerkerlöhnen teurer kommen als neue Polstermöbel. (Seit einigen Monaten gelten auch für Möbelbezüge die neuen Textilkennzeichnungsvorschriften, so dass Sie endlich wissen, wie die einzelnen Bezugsstoffe zusammengesetzt sind.)

4.         Sehen Sie sich nach Materialien um, die lange halten und das Leben erleichtern. Nichts geht über gute, solide Holzmöbel, was Schönheit und Wärme betrifft. Für Kinderzimmer dagegen sind die neuen, farbenfrohen Kunststoffe sehr gut geeignet. Möbel aus kunststoffbeschichteten Spanplatten vertragen auch die hohen Temperaturen in zentral beheizten Räumen und die geringe Luftfeuchtigkeit weit besser als Massivholzmöbel. (Vollkunststoffmöbel sind leider seit der Ölkrise sehr teuer geworden.)

Für Sitzmöbel gibt es jetzt Wildleder- und Lederimitationen in großer Farbauswahl, die ganz natürlich aussehen, sich wie echt anfühlen, aber viel preiswerter sind. Viele dieser Imitationen sind luftdurchlässig und damit auch hier dem Leder ebenbürtig.

5.         Achten Sie auf Möbel, die Platz sparen, die man zusammenklappen kann, die sich leicht bewegen lassen oder vielseitig verwendbar sind. Möbel, die man auf- oder ineinander stapeln kann – vorzugsweise mit kratzfester Beschichtung -, sparen nicht nur Platz und Geld, mit ihnen ist man auch in einer kleinen Wohnung für Besucher gerüstet.

6. .       Sonderangebote sind eine feine Sache, wenn Sie der Versuchung widerstehen, wegen einer „Gelegenheit“ Kompromisse einzugehen. Wenn Sie aber die richtige Kommode zum halben Preis ergattern können, nur weil sie einen Kratzer hat, greifen Sie zu, und bessern Sie den Kratzer selbst aus.

7.         Falls Sie demnächst umziehen, planen Sie Ihren Möbelkauf entsprechend. Nicht, daß Sie nachher mit einer Polstergarnitur umziehen müssen, die Sie eigens für Ihr Erkerfenster ausgesucht haben. Und belasten Sie sich nicht mit ungewöhnlichen Teppichformaten, die vielleicht nur in Ihre jetzige Wohnung passen. (Normgrößen sind ohnedies billiger.)

8.         Meiden Sie Extreme, und lassen Sie die Finger von dem letzten modischen Schrei. Denken Sie daran, dass Ihre Lebensumstände und Ihre Gemütslage sich ändern können, setzen sie daher eher auf zeitlosere Stile und klassische Wohnaccessoires wie beispielsweise Leuchten von Artemide. Kaufen Sie Ihre Möbel auch nicht zu groß. Eine Dreimetercouch mehrere Etagen hinaufschleppen oder durchs Fenster heraufziehen zu lassen kommt teuer. Wählen Sie bei Schränken möglichst Anbauteile und bei Polstermöbeln Elemente; damit Sie beweglich bleiben. Meiden Sie künstliche Verzierungen; immer sind es die Schnörkel, die vorstehen und abbrechen.

9.         Zum Schluss sei noch an selbstgebaute Möbel erinnert. Für einfache Stühle, Schreibtische, Bücherregale und Tische sind Bausätze bestens geeignet. Nehmen Sie einen guten Lack, und machen Sie Qualitätsmängel durch schöne Farben wett. Mit Marke Eigenbau sparen Sie bis zu 40 Prozent- und haben das stolze Gefühl, Ihr eigener Innenarchitekt zu sein.

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